Worin liegt der Unterschied zwischen Kaffee und Espresso?

Die Frage klingt banal. Doch längst nicht jeder Kaffeetrinker hat sofort die passende Antwort parat, wenn sie beispielsweise bei Tisch doch mal aufkommt? „Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Kaffee und Espresso?“ – „Das ist ein ganz anderer Kaffee.“ ist da schon mal zu hören. Nicht ganz richtig, aber auch nicht durchweg falsch. „Das ist eigentlich dasselbe, nur die Röstung ist anders.“ klingt schon fachmännischer, wird der Komplexität des Unterschieds aber dennoch nicht gerecht.

Als Kaffeeliebhaber wollen wir die Merkmale und Eigenschaften hier einmal erklären. Worin liegt er denn nun, der Unterschied zwischen Kaffee und Espresso? Kurz gesagt – es ist nicht so kurz gesagt. Also ausführlicher.

 

Der Unterschied zwischen Kaffee und Espresso sind eigentlich die Unterschiede zwischen Kaffee und Espresso

Um Sie nicht unnötig auf die Kaffee-Folter zu spannen: Ja, es stimmt. Es gibt keine speziellen „Espresso-Bohnen“, die sich von den Bohnen unterscheiden, die für Kaffee verwendet werden. Ob Sie einen Kaffee trinken oder einen Espresso genießen, es ist theoretisch also gut möglich, dass die Kaffeebohnen für beide Getränke von derselben Pflanze stammen. Doch welche sind dann die Unterschiede?

  • Die fachmännische Mischung der geeigneten Kaffeesorten als Grundlage für einen Espresso ist eine andere als eine Mischung für den klassischen Kaffee. Typischerweise werden für Espresso mehr Rustica-Bohnen verwendet.
  • Der grundlegende Unterschied zwischen Espresso und Kaffee liegt in der Röstung. Die Bohnen für Espresso rösten wir länger und damit dunkler. Das hat wiederum vielfältige Effekte.
  • Die dunkler gerösteten Bohnen verlieren einen großen Teil der geschmacklich wahrnehmbaren Säure.
  • Die längere Röstung sorgt auch dafür, dass der Kaffee ebenfalls an Koffein verliert.
  • Der Mahlgrad ist beim Espresso ein anderer als beim Filterkaffee. Für einen Espresso benötigen wir besonders feines Pulver.
  • Die Zubereitung ist eine vollkommen andere: Während klassischer Kaffee ganz ohne Druck zubereitet wird und das Wasser sich gemächlich seinen Weg durch das Kaffeepulver bahnt, wird ein Espresso unter Druck von oft mehr als 10 Bar hergestellt. (Zum Vergleich: in Ihren Autoreifen herrscht in etwa ein Druck von zwei bis zweieinhalb Bar.)

 

Obwohl die landläufige Meinung lautet, dass ein Kaffee die mildere Variante sei und ein Espresso mit seinen dunklen Bohnen, der hohen Konzentration und einem sehr hoch vermuteten Koffeingehalt die starke Variante, ist es in Wirklichkeit genau umgekehrt. Ein Espresso hat nur etwa halb so viel Koffein wie eine Tasse Filterkaffee, dazu weniger Säure. Sein Geschmack ist u.a. deshalb so intensiv, weil die verwendete Menge Wasser mit rund 30 ml im Verhältnis zur Menge der gemahlenen Kaffeebohnen geringer ist.

Wenn Sie die Erfahrung gemacht haben, dass Sie Kaffee nicht so gut vertragen, dann versuchen Sie es doch mal mit einem schönen Espresso. Vermutlich bekommt er Ihnen besser. Ein herrlicher Abschluss eines guten Essens.

 

Daher kommt der Name Espresso tatsächlich

Auch wenn hin und wieder das wohl aus einem Missverständnis heraus entstandene Wort „Expresso“ zu hören ist – der Name „Espresso“ hat so gar nichts mit Geschwindigkeit oder einem „Express“ zu tun. Vielmehr leitet sich der Begriff aus dem italienischen Wort „esprimere“ ab, das am besten mit „ausdrücken“ zu übersetzen ist. Und auch hier ist wieder Potenzial für Missverständnisse vorhanden. Denn der Name bezieht sich weder auf einen Express noch auf den hohen Druck und entsprechendes Ausdrücken von Kaffeepulver. Er bezieht sich stattdessen auf den ausdrücklichen Wunsch des Gastes nach diesem besonderen Getränk.
Um 1900, als die Kaffeezubereitung als Espresso in Mailand aufkam, wurde der kleine starke Kaffee nämlich nur am Tresen und nur auf ausdrücklichen Wunsch eines Gastes zubereitet und serviert. Die Langversion „Caffè espresso“, also „Kaffee auf ausdrücklichen Wunsch“, wurde mit der Zeit einfach verkürzt zum „Espresso“.

 

Der erlesene Espresso Versuvio von Schmitz-Mertens

Unser Vesuvio (nicht zufällig benannt nach dem italienischen Vulkan) ist einer der feinsten Espresso-Sorten. Unsere raffinierte und sehr kräftige Röstung von ausgewählten Sorten verleiht ihm seinen rassigen und schwarzen Charakter. Mit seiner goldbraunen Crema ist Espresso Vesuvio ein absolutes Erlebnis für jeden Kenner.

 

2017-07-04T11:17:06+00:00